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Fragmentierung & Exklusion

Verstehen & Überwinden der vielfältigen

Auswirkungen der europäischen Krise

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Das Forschungsprojekt

Die Welt- und Finanzkrise hat Prozesse der Fragmentierung und Exklusion in Gang gesetzt, und zwar sowohl innerhalb des nationalstaatlichen Rahmens als auch im europäischen Raum zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Die Fragmentierungs- und Exklusionsprozesse lassen sich auf verschiedenen Ebenen beobachten: Zunächst auf der Ebene der gesellschaftlichen Reproduktion der materiellen Existenzbedingungen, als die rapide steigende Arbeitslosigkeit und die um sich greifende Verarmung zu erheblichen Störungen der Sozialintegration geführt und zur Entstehung einer breiten Masse von „Außenseitern“, d. h. aus den Wohlfahrtssystemen herausgefallenen Bürgern, beigetragen haben. Zur gesellschaftlichen Depravation bzw. Exklusion gesellt sich ein politisch-gesellschaftlicher Verständigungsdiskurs, welcher den im Gefolge der Krise auftretenden Spaltungs- und Ausgrenzungstendenzen Vorschub leistet. Die diskursive Konstruktion und gesellschaftliche Produktion von Aus-grenzungen sind besonders in denjenigen Aspekten der Auseinandersetzung mit den Krisenfolgen ausgeprägt, in denen sich eine Nord-Süd-Spaltung Europas manifestiert – am auffälligsten zwischen EU-Mitgliedsstaaten, die asymmetrische Unterstützungsleistungen zur Krisenbewältigung zu erbringen aufgefordert werden, einerseits, und denjenigen Ländern der europäischen Peripherie, die auf die Bedingungen für die Gewährung dieser Unterstützung negativ reagieren, andererseits. Das Forschungsprojekt setzt sich zum Ziel, diese Fragmentierungs- und Spaltungsphänomene, welche die europäische Stabilität und Kohäsion auf einen harten Prüfstand stellen, zu untersuchen.

Die Notwendigkeit, die Fragmentierungstendenzen sowohl als intragesellschaftliches als auch als intergesellschaftliches Phänomen zu thematisieren, steht außer Zweifel. Dies gilt umso mehr, als Krisen im Allgemeinen und die europäische Krise insbesondere Chancen und Potenziale für Reform und Erneuerung bergen. Eine produktive Form der Auseinandersetzung mit den Krisenfolgen lässt sich im Kontext der Entstehung von spontanen zivilgesellschaftlichen Initiativen beobachten, die sich gegen Fragmentierungs- und Exklusionsprozesse zur Wehr setzen. Eins der Ziele des Forschungsprojekts besteht darin, die Formen dieser Gegenwehr zu identifizieren und analysieren, um sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Griechenland und Deutschland stellen zwei exemplarische Fallstudien dar. Griechenland ist das Land, das am härtesten von der Krise getroffen wurde, aber auch die größten Unterstützungsleistungen bekommen hat, die allerdings von einem höchst ambitionierten Anpassungsprogramm begleitet sind. Deutschland wiederum ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen und hat eine wirtschaftlich hegemoniale Machtposition im europäischen Raum erlangt. Die beiden Länder nehmen gewissermaßen eine zentrale Stellung im Prozess der Krisenbewältigung ein, denn sie exemplifizieren auf besonders einprägsame Weise bestimmte Vorgänge der Fragmentierung und Exklusion.