FragMex

Fragmentierung & Exklusion

Verstehen & Überwinden der vielfältigen

Auswirkungen der europäischen Krise


Hauptforschungsaufgaben

Um Erkenntnisse über mögliche Krisenlösungen zu gewinnen, muss man beide Prozesse der Fragmentierung und der Exklusion in den Fokus der Analyse rücken, denn das europäische Projekt besteht wesentlich darin, sowohl einen hohen Lebensstandard für die europäischen Bürger sicherzustellen als auch eine gemeinsame europäische Identität herauszubilden.

Die Durchführung der Analysen in Bezug auf Fragmentierung und Exklusion gliedert sich in zwei Teile:

  • Beschreibung und Analyse von wirtschaftlichen und sozialen Exklusionsformen in Griechenland und Deutschland, und zwar durch die Herausarbeitung von Deutungs- und Perzeptionsmustern in beiden Ländern vor und nach der Welt-, Finanz- und Staatsverschuldungskrise, und
  • Dokumentation und Analyse von diskursiven Fragmentierungs- und Exklusionsprozessen im Gefolge der Krise, die sich sowohl auf europäischer Ebene als auch im Verhältnis zwischen Griechenland und Deutschland beobachten lassen.

Zudem beinhaltet das Projekt ein drittes Forschungsfeld, das sich auf die Fragestellung bezieht, wie man sich auf effektive Weise mit den sozialen und diskursiven Fragmentierungs- und Exklusionsprozessen auseinandersetzen soll, um einen Beitrag zum europäischen sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalt leisten zu können. Dieser Zielsetzung liegt die Annahme zu Grunde, dass wirtschaftliche Krisen aller sozialen Verwerfungen zum Trotz doch das Potential zur Reform bzw. Erneuerung in sich bergen. In Bezug auf die Krisenerfahrungen der letzten Jahre hat sich diese Überzeugung bestätigt, denn die Entstehung einer Reihe von zivilgesellschaftlichen Basisgruppen und Solidaritätsinitiativen in beiden Ländern legt Zeugnis von einer gesellschaftlichen Mobilisierung ab, die sich produktiv mit den Phänomenen der Exklusion und der Fragmentierung auseinandersetzt. Dementsprechend soll sich die Forschungsarbeit auf die Frage nach Struktur und sozialer Wirkung dieser zivilgesellschaftlichen Initiativen konzentrieren, sowie nach Möglichkeiten zur Förderung ihrer Tätigkeiten.

Hauptaufgaben (Werkpakete)
WP1

Armut, soziale Exklusion und gesellschaftliche Perzeptionen vor und nach der Krise (Monate: 1-10)
Beschreibung und Analyse von wirtschaftlichen und sozialen Exklusionsformen in Deutschland und Griechenland, sowie ihren gesellschaftlichen Perzeptionsmustern vor und nach der Krise.


WP2

Deutsche und griechische Krisendiskurse (Monate: 6-18)
Dokumentation und Analyse von diskursiven Fragmentierungs- und Exklusionsprozessen als Begleiterscheinungen der gegenwärtigen Krise. Zur Durchführung der Forschungsarbeit wird die qualitative empirische Methode der Wissenssoziologie und der Grounded Theory angewandt. Die Diskurs- und Dokumentenanalysen beziehen sich auf den Zeitraum von 2010 bis 2012.


WP3

Zivilgesellschaft und soziale Kohäsion: Erkenntnisse aus dem Bereich der zivilgesellschaftlichen Netzwerkarbeit (Monate: 1-24)
Dieses Arbeitspaket setzt sich zum Ziel, Möglichkeiten einer produktiven Auseinandersetzung mit sozialen und diskursiven Prozessen der Fragmentierung und der Exklusion zu ergründen. Diese praxisnahe Projektarbeit versteht sich als Beitrag zur Sicherstellung von Bedingungen sozialer und wirtschaftlicher Kohäsion im europäischen Raum, und zwar insbesondere in Bezug auf Deutschland und Griechenland. Dieser Zielsetzung liegt die Annahme zu Grunde, dass wirtschaftliche Krisen aller sozialen Verwerfungen zum Trotz doch das Potential zur Reform bzw. Erneuerung in sich bergen. In Bezug auf die Krisenerfahrungen der letzten Jahre hat sich diese Überzeugung bestätigt, denn die Entstehung einer Reihe von zivilgesellschaftlichen Basisgruppen und Solidaritätsinitiativen in beiden Ländern legt Zeugnis von einer gesellschaftlichen Mobilisierung ab, die sich produktiv mit den Phänomenen der Exklusion und der Fragmentierung auseinandersetzt. Dementsprechend fokussiert sich dieser Teil der Forschungsarbeit auf die Frage nach Struktur und sozialer Wirkung dieser zivilgesellschaftlichen Initiativen, sowie nach Möglichkeiten zur Förderung ihrer Tätigkeiten. Methodisch orientiert sich diese Arbeit am Modell der 'Proximity-Regulation'.